Dr. Lena Eckert

Die soziale Innovation: Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft & icp – institute for critique and practice

Das Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft wurde 2021 gegründet, um Menschen, die sich als Mütter identifizieren und im Wissenschaftsbetrieb arbeiten, ein Forum für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung zu bieten. Bewusst offen gestaltet, richtet sich das Netzwerk nicht nur an biologische Mütter und Cis-Frauen, sondern ausdrücklich auch an Trans-Mütter, Adoptivmütter, Sternenkindermütter, Väter und alle, die sich als Eltern verstehen oder solidarisch unterstützen möchten. Kernangebote sind regelmäßige "Online Circles" zu wechselnden Themen, Lesungen, Vorträge, Workshops und systemische Beratung. Diese sind institutionell über das icp – institute for critique and practice verankert, eine von Dr. Lena Eckert gegründete gemeinnützige GmbH in Berlin. Das icp versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft und verbindet wissenschaftliche Kritik mit konkreter gesellschaftlicher Praxis und bietet forschungsbasierte Weiterbildungen und Keynotes zum Thema Care in allen gesellschaftlichen Bereichen an. Die Innovatorinnen bezeichnen ihre Arbeitsweise selbst als "Activist Academia": Wissenschaftliche Forschung wird bewusst mit aktivistischem Engagement verbunden, um strukturelle Benachteiligungen im Wissenschaftsbetrieb sichtbar zu machen und politisch zu adressieren. In Sachsen-Anhalt  ist aus der Arbeit des Netzwerks zusätzlich das Pilotprojekt "Mutterschaft und Wissenschaft" im Rahmen von FEM POWER Vision  hervorgegangen, das forschungsbasiert Maßnahmen entwickelt, um Karrierewege in der Wissenschaft und Mutterschaft in Sachsen-Anhalt besser zu verbinden – für mehr Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft. Zu den zentralen Forderungen des Netzwerks zählen eine Anerkennung von Care-Arbeit im Wissenschaftsbetrieb, ein Nachteilsausgleich für pandemiebedingte Karriereverzögerungen sowie eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Mit ihrer Forschung, etwa zu diskriminierenden Strukturen bei Drittmitteleinwerbungen, und ihrer Sichtbarkeitsarbeit in sozialen Medien setzen Czerney und Eckert mit dem Netzwerk wichtige Impulse  gegen die strukturelle Diskriminierung von Müttern in der Wissenschaft.

Die soziale Innovatorin: Lena Eckert

Dr. Sarah Czerney und Dr. Lena Eckert lernten sich über ihr gemeinsames Interesse an feministischer Wissenschaftskritik kennen und gaben 2020 das vielbeachtete Buch "Mutterschaft und Wissenschaft" heraus, das zahlreiche Erfahrungsberichte von Müttern im Wissenschaftsbetrieb versammelt. Die überwältigende öffentliche Resonanz auf das Buch bewegte die beiden Innovatorinnen dazu, 2021 gemeinsam das Netzwerk „Mutterschaft und Wissenschaft“ zu gründen.

Lena Eckert ist Genderwissenschaftlerin mit Schwerpunkten auf Gender und Queer Studies, Bildungs- und Schreibforschung sowie feministischer Wissenschaftskritik und gründete zusätzlich das „icp – institute for critique and practice“, dessen Geschäftsführung sie als CEO verantwortet. Sie beschreibt sich selbst als Forscherin und Bildungsexpertin, die bewusst die klassische Hochschullaufbahn verließ, um Räume für eine fürsorglichere und lebbarere Arbeitskultur auch in anderen Bereichen der Gesellschaft zu schaffen.

Beide Innovatorinnen sind als Autorinnen, Speakerinnen und Trainerinnen zu den Themen Care-Arbeit, Chancengleichheit und Gender Care Gap in Wissenschaft und Gesellschaft aktiv und veröffentlichten 2022 gemeinsam mit Silke Martin ein zweites Buch zur (Un-)Vereinbarkeit von Kindern, Care und Krise während der Corona-Pandemie. Mit ihrer Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung und aktivistischem Engagement zeigen Czerney und Eckert, wie strukturelle Ungleichheiten in der Wissenschaft sichtbar gemacht und langfristig verändert werden können.

Letzte Änderung: 26.09.2026 -
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